Hyperion Tetra – vier Kanäle mit 230 Watt, wahlweise über Dante gespeist
AudioControl · Hyperion Serie

Hyperion Tetra – vier Kanäle mit 230 Watt, wahlweise über Dante gespeist

Der AudioControl Hyperion Tetra ist die kleinste Endstufe der Hyperion Serie und bringt vier Kanäle mit je 230 Watt an 8 Ohm und 300 Watt an 4 Ohm. Zwei Kanäle lassen sich zu einem Monokanal mit 600 Watt an 8 Ohm brücken, sodass neben dem reinen Vierkanalbetrieb auch eine 2.1-Aufteilung und ein gebrückter Zweikanalbetrieb möglich sind. Das Signal nimmt der Tetra symmetrisch über XLR, unsymmetrisch über Cinch oder digital über Dante entgegen – vier Kanäle Netzwerkaudio liegen an einer einzigen Leitung an. Das Class-H-Netzteil teilt die Leistung dynamisch zu und hält das Gerät im Betrieb kühl, was den dichten Einbau im Rack erleichtert und einen Lüfter entbehrlich macht. Der Übertragungsbereich reicht von 10 Hertz bis 20 Kilohertz bei ±1 Dezibel, der Klirrfaktor liegt bei 0,04 Prozent und der Dämpfungsfaktor über 450. Mit zwei Höheneinheiten und 17,25 Kilogramm bleibt das Gerät handlich. Für Endkunden, Fachhandel, Planer und Architekten ist der Tetra die Endstufe für überschaubare Kanalzahlen, die trotzdem ins Netzwerk gehören.

Vier Kanäle, drei Betriebsarten

Der Hyperion Tetra stellt vier Verstärkerkanäle bereit, die sich je nach Anlage unterschiedlich aufteilen lassen. Im Vierkanalbetrieb versorgt er vier Lautsprecher mit je 230 Watt an 8 Ohm oder 300 Watt an 4 Ohm. Werden zwei Kanäle gebrückt, entsteht daraus ein Monokanal mit 600 Watt an 8 Ohm – genug für einen kräftigen Tieftonweg. Daraus ergeben sich die drei Betriebsarten, die der Hersteller nennt: vier getrennte Kanäle, eine 2.1-Aufteilung mit zwei Kanälen und einem gebrückten Bassweg oder zwei gebrückte Kanäle für eine besonders belastbare Stereoanordnung. Für die 2.1-Aufteilung bringt das Gerät eine Trennung mit, deren Flanke nach Linkwitz-Riley mit 24 Dezibel je Oktave verläuft; der Bassweg bekommt also nur den Bereich, für den er gedacht ist, und die beiden übrigen Kanäle bleiben davon entlastet. Die Mindestlast beträgt 4 Ohm je Kanal, im Brückenbetrieb 8 Ohm; darunter sollte die Anlage nicht ausgelegt werden. Für die Praxis heißt das: Ein Gerät deckt mehrere Ausbaustufen ab, und eine Umstellung verlangt keinen Gerätetausch, sondern nur eine andere Beschaltung. Wer eine Anlage abschnittsweise aufbaut, behält damit Spielraum, ohne von Anfang an die größte Endstufe einplanen zu müssen. Angeschlossen werden die Lautsprecher an 5-Weg-Polklemmen, die auch kräftige Leitungsquerschnitte sicher aufnehmen.

Dante oder Kabel – der Signalweg ist frei wählbar

Das Eingangssignal erreicht den Tetra auf drei Wegen. Symmetrisch über vier XLR-Eingänge, unsymmetrisch über vier Cinch-Eingänge mit Durchschleifausgang oder digital über Dante, wo eine einzige Netzwerkleitung vier Audiokanäle überträgt. Die Eingangsempfindlichkeit liegt bei 1,42 Volt effektiv für Vollaussteuerung, die Eingangsimpedanz bei 100 Kiloohm – der Tetra belastet also auch empfindliche Vorstufenausgänge nicht, und die höchste zulässige Eingangsspannung von 2,7 Volt effektiv lässt genügend Abstand zu üblichen Ausgangspegeln. Der Dante-Weg ist der eigentliche Gewinn dieser Serie: Er löst die Endstufe vom Ort der Vorstufe. Sie darf in einem anderen Raum, einem anderen Geschoss oder einem entfernten Technikschrank stehen, solange das Netzwerk sie erreicht. Vorausgesetzt wird dafür ein sauber ausgelegtes Audionetzwerk, das vom übrigen Datenverkehr getrennt bleibt und eine gemeinsame Zeitbasis hat; ein gewöhnliches Bürodatennetz erfüllt das nicht ohne Weiteres. Die analogen Cinch-Durchschleifausgänge erlauben es zusätzlich, dasselbe Signal an ein weiteres Gerät weiterzureichen, ohne es zu teilen oder zu verstärken – bei einer zweiten Endstufe für zusätzliche Kanäle erspart das einen Verteiler. Beide Wege stehen gleichzeitig zur Verfügung, sodass sich eine Anlage später umstellen lässt, ohne das Gerät zu tauschen.

Class H: Leistung dann, wenn sie gebraucht wird

Klassische Endstufen halten ihre Betriebsspannung unabhängig vom Signal auf voller Höhe; was der Lautsprecher nicht braucht, wird zu Wärme. Die Class-H-Auslegung des Tetra geht einen anderen Weg und führt die Versorgungsspannung dem Signal nach. In leisen Passagen arbeitet das Netzteil auf niedriger Stufe, bei Pegelspitzen schaltet es hoch. Für die Anlage hat das zwei sichtbare Folgen: Das Gerät bleibt im Betrieb kühl, und die aufgenommene Leistung fällt geringer aus als bei einer vergleichbar starken Endstufe herkömmlicher Bauart. Ein Lüfter ist deshalb nicht vorgesehen, und damit fehlt auch die häufigste Geräuschquelle im Geräteschrank. Der Hersteller empfiehlt, höchstens zwei Geräte unmittelbar aufeinanderzusetzen und darüber hinaus je eine Höheneinheit über und unter dem Stapel freizulassen. Die elektrischen Kennwerte bleiben davon unberührt: Der Klirrfaktor liegt bei 0,04 Prozent bei 230 Watt an 8 Ohm über den gesamten Bereich von 20 Hertz bis 20 Kilohertz, der Störabstand über 102 Dezibel A-bewertet, und der Dämpfungsfaktor von über 450 führt die Membran auch nach dem Impuls sicher zurück.

Einordnung und Bezug über mediacraft

Innerhalb der Hyperion Serie ist der Tetra das kleinste der drei Endstufenmodelle; Penta und Hepta bieten fünf und sieben Kanäle bei gleichen Leistungswerten je Kanal. Alle drei teilen dieselbe Technik, sodass sich eine Anlage aus mehreren Geräten ohne klangliche Brüche zusammensetzen lässt – etwa eine Front über das eine Gerät und die Surround-Ebene über ein zweites. Ein Trigger-Anschluss mit 12 Volt schaltet das Gerät gemeinsam mit der übrigen Anlage ein und aus, wahlweise über eine Spannung oder einen potentialfreien Kontakt. Mit 432 mal 419 mal 89 Millimetern belegt der Tetra zwei Höheneinheiten und wiegt 17,25 Kilogramm, mit angesetzten Rackwinkeln misst er 483 Millimeter in der Breite und passt damit in jedes gewöhnliche Rack. Die Hyperion Serie ergänzt sich mit den Prozessoren derselben Reihe, die ihr Signal ebenfalls über Dante ausgeben, sodass die gesamte Kette digital bleiben kann. In Deutschland und Österreich liefert die mediacraft AG die Hyperion Serie als offizieller Vertriebspartner und begleitet Fachhandel, Installationsbetriebe, Planer und Architekten bei der Auslegung von Kanalzahl, Netzwerkweg und Rackaufbau.

Technische Daten Hyperion Tetra

Bauart4-Kanal-Endstufe in Class-H-Technik mit Dante, Hyperion Serie
Frequenzgang10 Hz – 20 kHz (±1 dB)
Belastbarkeit4 × 230 W an 8 Ω · 4 × 300 W an 4 Ω · gebrückt 600 W an 8 Ω
ImpedanzMindestlast 4 Ω je Kanal, im Brückenbetrieb 8 Ω
Abmessungen432 × 419 × 89 mm (B × T × H, 2 HE); mit Rackwinkeln 483 mm breit
Gewicht17,25 kg
BesonderheitenClass-H-Netzteil mit dynamischer Leistungszuteilung; Dante über RJ45 mit 4 Kanälen; 4 × XLR symmetrisch und 4 × Cinch unsymmetrisch mit Durchschleifausgang; Eingangsempfindlichkeit 1,42 Vrms, Eingangsimpedanz 100 kΩ; 5-Weg-Polklemmen; Klirrfaktor 0,04 % bei 230 W an 8 Ω; Dämpfungsfaktor über 450; Störabstand über 102 dB (A-bewertet); Trennflanke Linkwitz-Riley 24 dB je Oktave; +12-V-Trigger ein und aus; Betriebsarten 4-Kanal, 2.1 und 2-Kanal gebrückt

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