AudioControl D4600 – Verstärkung und programmierbare Signalverarbeitung
Der AudioControl D4600 ist ein Sechzehnkanalverstärker mit integriertem DSP und bietet damit sowohl Systemverstärkung als auch programmierbare Signalverarbeitung über IP. Grafischer und parametrischer Equalizer, Frequenzweichen, Lautstärkeregelung, Zonengruppierung und Netzwerküberwachung lassen sich vollständig konfigurieren. Jeder Kanal liefert 100 Watt an 8 Ohm und 200 Watt an 4 Ohm, im Brückenbetrieb stehen 400 Watt bereit; acht Zonen lassen sich verwalten. Die Director-Serie verfügt über integrierte Lautsprecherprofile aus dem Sound-Partners-Programm des Herstellers und bietet damit DSP-optimierte Kalibrierungen für Lautsprecher namhafter Hersteller. Der D4600 arbeitet eigenständig oder als Teil eines Steuerungssystems eines Drittanbieters. Für Endkunden, Planer, Architekten und den Fachhandel ist er der leistungsstärkste DSP-Verstärker der Serie. Über die Zonengruppierung lassen sich mehrere Räume gemeinsam ansteuern, statt einzeln.
Verstärkung und Signalverarbeitung in einem Gerät
Beim D4600 stehen Endstufe und Signalverarbeitung nicht nebeneinander im Rack, sondern in einem Gerät – das prägt Aufbau und Inbetriebnahme gleichermaßen. Über den integrierten DSP lassen sich grafischer und parametrischer Equalizer, Frequenzweichen, Lautstärkeregelung, Zonengruppierung und Netzwerküberwachung konfigurieren, ohne dass zusätzliche Geräte in die Signalkette gehören. Für Integratoren bedeutet das, dass die gesamte Abstimmung einer Zone an einer Stelle geschieht: Ein Deckenlautsprecher in einem Bad mit harten Oberflächen bekommt eine andere Entzerrung als ein Regallautsprecher im Wohnzimmer, und beides wird im selben Gerät hinterlegt. Wie viele Räume tatsächlich versorgt werden, entscheidet die Zonenliste; sechzehn Kanäle sind die Obergrenze und nicht die Vorgabe. Das Gehäuse misst 432 × 89 × 394 Millimeter und belegt zwei Höheneinheiten. Für Endkunden bleibt von dieser Technik im Alltag nur das Ergebnis hörbar: Jeder Raum klingt so, wie er klingen soll, ohne dass jemand nachregeln müsste. Ein Groundlift steht zusätzlich bereit, um Brummschleifen in komplexen Installationen zu beheben.
Lautsprecherprofile aus dem Sound-Partners-Programm
Hinter dem Sound-Partners-Programm steht eine einfache Idee: Wer den Lautsprecher gebaut hat, weiß am besten, welche Entzerrung er braucht – und stellt sie dem Verstärker als fertiges Profil zur Verfügung. In der Praxis verkürzt das die Inbetriebnahme erheblich: Statt jede Zone von Grund auf einzumessen, wählt der Integrator das Profil des tatsächlich verbauten Lautsprechers und beginnt mit einer Abstimmung, die dessen Eigenschaften bereits berücksichtigt – Trennfrequenz, Entzerrung und Pegelanpassung sind vorgegeben. Die Feinabstimmung an den konkreten Raum bleibt Aufgabe des Integrators, startet aber nicht bei null. Für den Fachhandel ist das zugleich ein Argument bei der Systemauslegung, weil sich Verstärker und Lautsprecher als aufeinander abgestimmte Kombination anbieten lassen, statt beides unabhängig voneinander auszuwählen und die Abstimmung der Baustelle zu überlassen. Für Endkunden bedeutet das eine Anlage, die vom ersten Tag an abgestimmt ist, statt über Monate nachjustiert zu werden. Die Liste der unterstützten Hersteller wächst dabei fortlaufend, sodass sich der Vorteil über die Jahre eher vergrößert als abnimmt.
Eigenständig oder in einem Steuerungssystem
Das Director-Modell D4600 kann entweder als eigenständiger DSP-Verstärker oder als Teil eines Steuerungssystems eines Drittanbieters betrieben werden. Für Planer ist diese Offenheit wichtiger, als sie zunächst klingt: Sie erlaubt, den Verstärker auszuwählen, ohne sich zugleich auf ein Steuerungsökosystem festzulegen, und sie hält den Weg offen, eine Anlage später um eine übergeordnete Steuerung zu erweitern. Die Konfiguration und Überwachung erfolgt über IP, sodass sich Betriebszustände aus der Ferne einsehen und Einstellungen ohne Anfahrt anpassen lassen. Für Integratoren, die Objekte über größere Entfernungen betreuen, ist das der praktische Kern des Geräts, weil sich Störungen häufig erkennen lassen, bevor der Kunde sie meldet. Ergänzend stehen Trigger-Ein- und -Ausgänge sowie ein Groundlift bereit, mit dem sich Brummschleifen in komplexen Installationen beheben lassen. Für den Betreiber sinkt damit zugleich das Risiko, sich mit der Verstärkerebene auf eine Steuerungsgeneration festzulegen, die in einigen Jahren nicht mehr gepflegt wird. Zu bedenken ist, dass die Konfiguration über IP eine erreichbare Netzwerkanbindung im Verteiler voraussetzt – ein Punkt, der in der Elektroplanung früh mitgedacht werden sollte, weil eine nachträgliche Leitung zum Technikschrank aufwendig ist.
Einsatzgebiete und Bezug über mediacraft
Der AudioControl D4600 ist für anspruchsvolle Multiroom- und Beschallungsinstallationen gedacht, in denen viele Zonen zu versorgen sind und je Zone eine eigene Klanganpassung gewünscht ist – große Wohnhäuser, Hotels, Restaurants, Läden, Kanzleien und Repräsentationsräume. Mit 100 Watt an 8 Ohm je Kanal liegt er deutlich über den Werten typischer Multiroom-Endstufen und eignet sich damit auch für größere Räume und Lautsprecher mit geringerem Wirkungsgrad. Für Planer und Integratoren ist die Kombination aus Leistung, DSP und Netzwerkanbindung das entscheidende Argument. Architekten sollten zwei Höheneinheiten, 432 Millimeter Breite, 394 Millimeter Bautiefe und eine ausreichende Belüftung einplanen. In Deutschland und Österreich liefert die mediacraft AG den AudioControl D4600 als offizieller Vertriebspartner und unterstützt Fachhandel, Installateure, Planer und Architekten bei Zonenplanung, Lautsprecherauswahl, Einmessung und Systemeinbindung. Acht Zonen lassen sich verwalten und bei Bedarf gruppieren. Bei sechzehn Kanälen mit 100 Watt ist außerdem die Absicherung des Verteilerstromkreises zu prüfen. Für den Fachhandel ist der D4600 damit die Wahl, wenn Leistung und Klanganpassung gleichermaßen gefragt sind.
Technische Daten D4600
| Bauart | 16-Kanal-DSP-Verstärker mit IP-Steuerung, AudioControl Director Series |
|---|---|
| Belastbarkeit | 16 × 100 W an 8 Ω · 16 × 200 W an 4 Ω · 400 W mono gebrückt · 8 Zonen |
| Impedanz | 8 Ω / 4 Ω |
| Abmessungen | 432 × 89 × 394 mm (2 HE) |
| Gewicht | 8,7 kg |
| Besonderheiten | Systemverstärkung und programmierbare Signalverarbeitung über IP; grafischer und parametrischer EQ, Frequenzweichen, Lautstärkeregelung, Zonengruppierung und Netzwerküberwachung; integrierte Lautsprecherprofile aus dem Sound-Partners-Programm mit DSP-optimierten Kalibrierungen; eigenständig oder als Teil eines Drittanbieter-Steuerungssystems betreibbar; Trigger-Ein- und -Ausgang; Groundlift |