AudioControl Hyperion AXIS-16

Der AudioControl Hyperion AXIS-16 ist das größte der drei eARC-Modelle der Hyperion Serie. Er nimmt den Ton des Fernsehers über den eARC-Rückkanal einer HDMI-Verbindung entgegen, dekodiert ihn und gibt ihn über Dante beziehungsweise AES67 ins Netzwerk. Bis zu 16 Kanäle Bitstream stehen dafür zur Verfügung, womit sich Anordnungen bis 9.1.6 oder 9.1.4 mit zusätzlichem Stereo-Downmix aufbauen lassen. Verarbeitet werden Dolby Atmos, DTS-HD und PCM mit Abtastraten von 44,1 bis 96 Kilohertz und Bittiefen von 16 bis 32 Bit; die Latenz lässt sich auf 1, 2 oder 5 Millisekunden festlegen. Das Gerät misst nur 146 mal 111 mal 25,4 Millimeter und wiegt 0,45 Kilogramm; seinen Strom bezieht es über das Netzwerkkabel nach dem PoE-Standard oder wahlweise über USB-C. Für Endkunden, Fachhandel, Planer und Architekten ist der AXIS-16 der Baustein, der einen Fernseher an eine netzwerkbasierte Tonanlage anschließt. Die Weboberfläche übernimmt die Einrichtung, die Fernbedienung des Fernsehers über CEC die Lautstärke im Alltag.
| Bauart | eARC-Prozessor mit Dante/AES67, bis 16 Kanäle, Hyperion Serie |
|---|---|
| Frequenzgang | 20 Hz – 20 kHz |
| Belastbarkeit | Prozessor ohne Endstufen – bis 16 Kanäle Bitstream, Anordnungen bis 9.1.6 oder 9.1.4 mit Stereo-Downmix |
| Abmessungen | 146 × 111 × 25,4 mm |
| Gewicht | 0,45 kg |
| Temperaturbereich | Betrieb −5 °C bis 51 °C · Lagerung −20 °C bis 60 °C · Luftfeuchte 5 – 90 % rF, nicht kondensierend |
| Besonderheiten | Nimmt den Ton des Fernsehers über eARC entgegen und gibt ihn über Dante/AES67 ins Netzwerk; Dolby Atmos, DTS-HD und PCM; Abtastraten 44,1 / 48 / 88,2 / 96 kHz bei 16, 24 oder 32 Bit; Latenz wahlweise 1, 2 oder 5 ms; Anschlüsse 1 × HDMI (eARC), 1 × TOSLINK, 1 × Koaxial, 1 × RJ45 für Dante/AES67 mit PoE und 1 × RJ45 für Steuerung und Weboberfläche; Stromversorgung über PoE nach 802.3af oder 5 V/2 A per USB-C; CEC-Steuerung |
Moderne Fernseher geben ihren Ton über den erweiterten Audiorückkanal einer HDMI-Verbindung aus, kurz eARC. Anders als der ältere ARC überträgt er auch Tonspuren mit hoher Datenrate, also die Formate, die für Heimkino tatsächlich zählen. Der AXIS-16 nimmt diesen Datenstrom entgegen, dekodiert ihn und legt bis zu 16 Kanäle auf das Netzwerk. Damit ist der Weg vom Bildgerät zur Tonanlage in einem einzigen kleinen Gerät gelöst: An der einen Seite steckt ein HDMI-Kabel zum Fernseher, an der anderen eine Netzwerkleitung, und alles Weitere geschieht in der Anlage. Der Gewinn liegt darin, dass die Endstufen nicht mehr beim Fernseher stehen müssen – sie holen ihr Signal aus dem Netz, wo immer sie eingebaut sind. Für Anlagen, bei denen der Fernseher im Wohnraum hängt und die Technik im Keller steht, ist das der entscheidende Baustein. Neben eARC nimmt das Gerät Ton auch über einen optischen TOSLINK-Eingang und einen koaxialen Digitaleingang an, sodass sich ältere Quellen ebenso einbinden lassen wie ein Fernseher ohne eARC. Für die Einrichtung genügt ein Browser: Das Gerät bringt eine eigene Weboberfläche mit, die über den zweiten Netzwerkanschluss erreichbar ist. Ein zusätzliches Bediengerät ist dafür nicht nötig.
Die Zahl im Namen benennt die Kanäle: Bis zu 16 Wege Bitstream kann der AXIS-16 verarbeiten. Das reicht für Anordnungen bis 9.1.6 – also neun Lautsprecher auf Ohrhöhe, ein Tieftonweg und sechs Deckenlautsprecher – oder für 9.1.4, wenn zusätzlich ein Stereo-Downmix für einen zweiten Bereich mitlaufen soll. Verarbeitet werden Dolby Atmos, DTS-HD und PCM. Die Abtastraten reichen von 44,1 über 48 und 88,2 bis 96 Kilohertz, die Bittiefen von 16 über 24 bis 32 Bit, und der Übertragungsbereich umfasst 20 Hertz bis 20 Kilohertz. Eine Besonderheit ist die einstellbare Latenz: Sie lässt sich auf 1, 2 oder 5 Millisekunden festlegen. Das ist kein Feinschliff, sondern ein Planungswerkzeug – in einer Anlage, in der Bild und Ton über verschiedene Wege laufen, entscheidet die Laufzeit darüber, ob Lippenbewegung und Sprache zusammenpassen. Wer den Wert bewusst wählt, kann den Ton auf die Verzögerung des Bildgeräts abstimmen, statt sie hinnehmen zu müssen. Die Kanalzuordnung geschieht dabei in Software und nicht in der Verkabelung – eine Änderung an der Lautsprecheranordnung verlangt deshalb keinen Eingriff in verlegte Leitungen, sondern nur eine andere Zuweisung im Netz.
Das Gerät ist mit 146 mal 111 mal 25,4 Millimetern kaum größer als eine Hand und wiegt 0,45 Kilogramm. Es braucht deshalb keinen Rackplatz und lässt sich hinter dem Fernseher, in einer Hohlwanddose oder in einem kleinen Fach unterbringen. Seinen Strom bezieht es über das Netzwerkkabel nach dem Standard 802.3af – ein PoE-fähiger Verteiler versorgt es also mit, und eine Steckdose am Einbauort entfällt. Wo kein solcher Verteiler vorhanden ist, lässt sich das Gerät alternativ über USB-C mit 5 Volt und 2 Ampere versorgen. Für Ton und Steuerung gibt es getrennte Anschlüsse: ein RJ45 für Dante beziehungsweise AES67 mit PoE und ein zweites RJ45 für Netzwerksteuerung und die Weboberfläche, über die sich das Gerät einrichten lässt. Zusätzlich beherrscht der AXIS-16 CEC, sodass sich die Lautstärke über die Fernbedienung des Fernsehers regeln lässt, ohne dass ein zweites Bediengerät nötig wird. Der zulässige Betriebsbereich reicht von minus 5 bis plus 51 Grad Celsius. Beide Leitungen gehören von Anfang an in die Planung, denn nachträglich lässt sich hinter einer geschlossenen Wand keine ergänzen.
Die Hyperion Serie führt drei eARC-Prozessoren, die sich in der Kanalzahl unterscheiden: der AXIS-2 überträgt zwei Kanäle, der AXIS-10 bis zu acht Kanäle Bitstream zuzüglich Stereo-Downmix, der AXIS-16 bis zu sechzehn. Alle drei arbeiten nach demselben Prinzip und lassen sich in derselben Anlage mischen, etwa ein großes Gerät im Heimkino und kleinere in Nebenräumen. Ergänzt werden sie durch die Endstufen der Serie, die ihr Signal ebenfalls über Dante annehmen, sodass die Kette vom Fernseher bis zum Lautsprecher digital bleibt und keine analoge Strecke mehr enthält. Vorausgesetzt wird ein eigens ausgelegtes Audionetzwerk, das vom übrigen Datenverkehr getrennt bleibt und eine gemeinsame Zeitbasis hat; das gehört früh mit dem Netzwerkplaner abgestimmt. In Deutschland und Österreich liefert die mediacraft AG die Hyperion Serie als offizieller Vertriebspartner und begleitet Fachhandel, Installationsbetriebe, Planer und Architekten bei der Auslegung von Kanalzahl, Netzstruktur und Gerätewahl. Weil die Kanalzahl nach oben reichlich bemessen ist, begrenzt das Gerät eine Anlage nicht: Wer heute mit fünf Lautsprechern beginnt und später um eine Deckenebene erweitert, behält denselben Prozessor. Die drei Modelle lassen sich dabei über dasselbe Netz betreiben und gemeinsam verwalten.